Warum ich so arbeite.
Die meisten Coaches lernen Muster kennen — in der Ausbildung, in Supervision, aus Büchern. Ich hab sie verinnerlicht. Weil ich in einem Umfeld aufgewachsen bin, in dem es wichtig war, Stimmungen zu lesen. Mikroveränderungen wahrnehmen. Den Tonfall einzuordnen, bevor der Satz zu Ende ist.
Dadurch hab ich über Jahre ein sehr dichtes, sehr genaues internes Modell menschlichen Verhaltens aufgebaut.
Durch hunderte Stunden Praxis, Selbsterfahrung und Supervision wurde das vertieft. Ich erkenne innerhalb weniger Minuten: Abwehr. Beziehungsdynamiken. Machtspiele. Und wo jemand Verantwortung abgibt. Das ist jahrzehntelang trainierte Wahrnehmungsgenauigkeit.
Und weil meine Biografie viel emotionales Chaos mitgebracht hat, hat mein Nervensystem außerdem gelernt: Wenn Energie reingeht, dann muss etwas passieren.
In meiner Arbeit bedeutet das: Ich unterbreche narrative Schleifen. Ich stoppe. Ich konfrontiere. Und bringe Klientinnen zum Kern. Damit aus Prozessen Entwicklung werden kann — anstatt in einem Narrativ hängen zu bleiben.

Was ich anders mache.
Ich mache drei Dinge, die die meisten nicht machen. Nicht weil ich besonders toll bin — sondern weil ich wirklich will, dass sich etwas bewegt.
Ich unterbreche Schleifen. Ich gebe die Verantwortung zurück — dorthin, wo sie hingehört. Und ich halte Spannung aus. Wenn Widerstand kommt, wenn Affekte hochkommen — ich konfrontiere, wo es notwendig ist. Ich decke auf, was die Klientin in dem Moment noch nicht sehen will.
Was diese Klientinnen dann spüren: Sie versteht, warum ich das mache. Und sie sagt mir gleichzeitig, was mich darin festhält. Ich seh dich — aber ich nehm dir das nicht ab.
Warum das wirkt - gerade bei leistungsorientierten Frauen.
Leistungsorientierte Frauen tragen oft zwei Anteile gleichzeitig in sich:
Den funktionalen Anteil - der ihnen geholfen hat zu überleben. Der sagt: Ich bin stark. Ich krieg die Dinge hin. Ich muss mich zusammenreißen.
Und den verletzlichen Anteil - der gesehen werden möchte. Gehalten werden möchte. Der nicht immer funktionieren will.
Bei mir erleben sie zum ersten Mal eine Beziehung, in der beides gleichzeitig möglich ist: in die Eigenverantwortung kommen und trotzdem gesehen sein. Verletzlich sein dürfen.
Warum das so heilsam ist: Weil sie das aus früheren Erfahrungen oft nicht kennen.
Und genau durch diese Kombination nachhaltige Veränderung möglich.
